Einladung zur aktiven Mitgestaltung des Scheersbergtreffens 2023 vom 26.-28. Mai 2023 !

 

Liebe Freundinnen und Freunde der LAG und vor allem liebe Bands und Solisten in der LAG!
Das nächste Scheersbergtreffen wird zur Abwechslung einmal nicht einen ausländischen Schwerpunkt haben, sondern wir wollen uns der heimischen Folkmusik hier im Norden widmen. Dazu möchten wir keine externen „Experten“ einladen, sondern wir denken, dass wir hier im Lande genügend Potential haben, um dieses Thema mit eigenen Kräften zu bearbeiten. Daher rufen wir Gruppen oder Duos oder Solisten auf zur aktiven Mitgestaltung des nächsten Scheersbergtreffens. Wie immer soll es vor allem Workshops geben und am Samstag abend ein öffentliches Konzert und diese Aufgaben möchten wir im nächsten Jahr mit Bands aus unserer Mitte bewältigen. Wir suchen daher 6-7 Bands, welche drei Stücke zum Scheersberg vorbereiten, wobei mind. Zwei der drei Stücke traditionelles Material (Lieder oder Tänze) sein sollte, das noch nicht total abgespielt ist. Also bitte nicht „Dat du mien Leevsten büst“ oder „Der Mond ist aufgegangen“ oder „Jägerquadrille“ oder „Figaro“. Ein neu komponiertes Lied oder Tanz könnte gerne dabei sein, es sollte allerdings für Folkmusiker mitspielbar sein. Es gibt seit kurzem neu entdeckte Spielmannshefte aus dem 19. Jh, die eine ganze Menge schöner Melodien beinhalten und es gibt auch noch Lieder zu entdecken, z.B. im „Deutschen Liederhort“ von Erk/Böhme. Material zu neuer/alter Volksmusik gibt es herunterzuladen von unserer Website „www.lagfolk.de“. Das soll euch Anregungen geben für die drei mitzubringenden Stücke, soll aber nicht verhindern, dass ihr noch eigene Entdeckungen mitbringt. Ihr würdet dann die drei Stücke in einem Workshop pro Band anbieten für die Scheersbergteilnehmer*innen, die jeweils 1 ½ Stunde pro Workshop hätten und dann weitergehen zum nächsten Workshop. D.h. jede aktive Band würde 4 x ihren Workshop anbieten, dreimal am Samstag und einmal am Sonntag. Am Samstag Abend dann würden alle aktiven Bands ihre drei Stücke beim Abendkonzert nochmal in aller Öffentlichkeit vorstellen, so dass wir einen sehr schönen, bunten Abend mit 7 x 3 Beiträgen haben werden.
Wer Interesse hat, am Scheersberg 2023 aktiv mitzuwirken, sollte uns das bis Ende Februar 2023 anzeigen. Wir könne keine große Gage anbieten, aber die aktiven Bands oder Solisten können dann ohne Kosten am Scheersberg teilnehmen.

Im Folgenden das Material aus Schleswig-Holstein zum Herunterladen !

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Tourenbuch eines anonymen Spielmanns an der Niederelbe im 19. JH
Tourenbuch Niederelbe klein.pdf
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Notenheft von Heinrich Füllgraf um 1825
Notenheft Füllgraf 1825 klein.pdf
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Kleine Tanzsammlung aus S-H
Tänze aus S-H.pdf
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Kleine Liedersammlung aus S-H
Lieder aus S-H.pdf
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33 Jahre LAG Folk Schleswig-Holstein / Einladung zur Jubelfeier am Sonntag d. 19.2.2023 um 14 Uhr auf dem Jugendhof Scheersberg

1990 wurde die LAG gegründet von einigen wenigen engagierten Folkies hier in Schleswig-Holstein, u.a. Rainer Schwarz, Kalle Johannsen, Uli Ehlers, Holger Zeidler, Bernd Morawietz, Peter Sawallich und Alfred Dieckmann, der als erster den Posten als 1. Vorsitzenden bekleidet.
Das war damals schon eine kleine Revolution, dass die unkonventionellen Folkies mehr oder weniger freiwillig einen Verein gründeten. Mit dem Titel Landesarbeitsgemeinschaft Folk gliederte sich die LAG in die Reihe der LAGen in S-H ein, wie z.B. die LAG Tanz oder die LAG Jugendmusik und hatte damit das Recht, staatliche Zuschüsse für Projekte, wie das Scheersberg-Folktreffen zu bekommen. Seitdem hat die Folkmusik einen ganz anderen Rang in der Kulturszene Schleswig-Holsteins als zuvor und wird häufiger angefragt z.B. bei kulturellen Austausch-programmen.
Auch bei der Gründung von „folkbaltica“, dem größten Folkfestival in Norddeutschland, war die LAG maßgeblich dran beteiligt. Bis heute ist die LAG Folk einzigartig in Deutschland als regionale  Folkorganisation und mit Profolk die bekannteste Folkorganisation in Deutschland. Eckpfeiler der Arbeit der LAG sind das alljährliche Scheersbergtreffen, sowie eine Broschüre mit der Vorstellung norddeutscher Folkgruppen, die alle 3-4 Jahre erscheint und dazu auch gelegentlich eine CD mit Hörproben der Mitgliedbands der LAG Folk. Zudem ist die LAG seit Jahren bemüht um die Nachwuchsarbeit im Bereich Folkmusik und bietet seit 2018 ein alljährliches Jugendfolk-Wochenende auf dem Scheersberg an.
Das alles wollen wir gerne mit unseren Mitglieder*innen jetzt endlich, nach den Absagen der Coronazeit, zusammen feiern am 19.2.2023 auf dem Jugendhof Scheersberg.
Die Feier wird um 14 Uhr beginnen und es wird viel Zeit geben für den Austausch unter Alt- und Neumitgliedern, gelegentlich unterbrochen durch musikalische und andere Aktionen, die mit der Geschichte der LAG verknüpft sind, und Essenspausen.
Um 18 Uhr wird es dann als Höhepunkt der Jubiläumsfeier ein Konzert mit der schwedischen  Folkband „Groupa“, verstärkt durch die Sängerin Lena Willemark geben. Groupa hatte 1986 seinen ersten Auftritt in Deutschland auf dem Scheersberg und so ist dieses Konzert ein schöner Baustein auf der 40-Jahre-Groupa-Tour. Der Tag und das Konzert sind kostenlos für LAG-Mitglieder, aber wir benötigen für die Organisation des Essens u.a. eine Anmeldung bis zum 1.2.23 !

 

Das Volksliedrevival in der BRD und der DDR – eine Lesung/Diskussion mit Musik

 im Hof Akkerboom, Stockholmstraße 159, 24109 Kiel 

 

Sonntag d. 2. Oktober 2022 von 15 Uhr bis etwa 19 Uhr.

Bericht von der Veranstaltung:

In Kooperation mit dem Hof Akkerboom in Kiel-Mettenhof veranstaltete die LAG Folk einen Nachmittag zum Thema „Geschichte des Deutschfolk“ mit Bernhard Hanneken als Referenten, der gerade ein Buch über dieses Thema herausgegeben hat. Sein Buch behandelt speziell die unterschiedliche Behandlung unserer traditionellen Musik hier in Deutschland in der DDR und in der BRD und ist zu bestellen beim Verlag Noethno (www.noethno.de), ebenso wie seine vorzügliche CD-Box mit 12 CDs mit alten und neuen Aufnahmen von Deutschfolkern in Ost und West. Es ist ein sehr ambitioniertes Buchprojekt und bietet eine gute Basis für eine lebhafte Diskussion über den Umgang mit traditioneller Musik in Deutschland. Über 20 Gäste und Diskutanten kamen dann auch im Hof Akkerboom zusammen, um über die Vergangenheit und Zukunft des Deutschfolks zu diskutieren. Auf dem Podium saßen (s. Foto von l.n.r) Kalle Johannsen aus Husum (Dragseth Duo/Trio), Manfred Jaspers (früher Moin und jetzt Solist), Jens-Peter Müller (Ex-LAG Vorsitzender, Profolkgründer u.a.), Bernhard Hanneken (Buchauthor und künstlerischer Leiter von Rudolstadt) und als Moderator Hinrich Langeloh (LAG-Vorsitzender).
Im Publikum saßen auch jede Menge älterer Folkies, die die Entwicklung des Deutschfolks hier im Norden mitgeprägt hatten und so entwickelte sich eine lebendige Diskussion. Es gab immer wieder musikalische Einwürfe der Musiker auf dem Podium, begonnen mit dem Bürgerlied aus dem 19. Jh mit Ergänzungsstrophen aus der heutigen Zeit.
Die Geschichte des Deutschfolk, ein Synonym für die Beschäftigung mit traditioneller deutscher Musik, verläuft immer wieder in Wellen. Begonnen hatte es im 19. Jh als plötzlich Pädagogen und Wissenschaftler die letzten Reste deutscher Volkslieder und Volksmelodien sammelten, z.B. Erk/Böhme in ihrem „Liederhort“. Franz Böhme war auch der erste, der sich damals - wenn auch eher allgemein - mit deutschen Volkstänzen beschäftigte. Um 1900 begann dann mit der Jugendbewegung und dem Liederbuch „Zupfgeigenhansel“ eine weitere Suche nach dem Ursprünglichen in der traditionellen Musik und in der Folge wurden auch die letzten noch bekannten Volkstänze genauer notiert und damit der heutigen Nachwelt überliefert. 1914 wurde zudem das Deutsche Volksliedarchiv in Freiburg von John Meyer gegründet, eine Anregung für viele Länder, ähnliches zu gründen, wie z.B. die English Folkdance and Song Society (EFDSS). In der Nazi-Zeit bekam das deutsche Volkslied einen schlechten Ruf, der dann nach dem Krieg noch lange anhielt. Dadurch bekam die volkstümliche Musik die Chance, sich als Alternative zur Volksmusik zu entwickeln, besonders mit ihrer „Heile-Welt Ideologie“. Trotzdem gab es zu Beginn der 70iger Jahre im letzten Jahrhundert eine neue Deutschfolk-Welle, als sich viele Deutschfolkbands gründeten, wovon die bekanntesten waren:
1972 Elstersilberflug und Fidel Michel, 1974 Moin und Schmelztiegel und Zupfgeigenhansel, 1975 Liederjan, 1976 Lilienthal, 1979 Averliekers, 1979 Elbraben, 1984 Dragseth Duo.
Über die Ursachen dieser Hochzeit gibt es keine einheitliche Meinung. Sehr plausibel war wohl eine deutsche Antwort auf die Irish-Folk-Welle in Europa, wenn die deutschen irish-Folker gefragt wurden, ob sie nicht auch etwas aus ihrem Land spielen könnten. Viele Deutschfolkbands entwickelten sich aus Irishfolk-Bands, wie z.B. Moin aus den Bedafolks oder Liederjan aus den Tramps and Hawkers. Auch die zahlreichen Folkfestivals damals in Deutschland boten eine perfekte Bühne für Deutschfolk.: Interfolk in Osnabrück ab 1968, Ingelheim ab 1972,  Oldenburg 1976, Elmshorn 1977 u.a.m.
Das Ende dieser Welle kam dann Mitte der 80iger Jahre und auch hier gibt es dafür ganz profane Gründe: Die Deutschfolker im Westen waren zumeist Studenten und diese mussten am Ende ihres Studiums sehen, wie sie ihr Geld verdienen. Nur ganz wenigen Deutschfolk-Musikern im Westen gelang es professionell zu bleiben, wie z.B. Zupfgeigenhansel und Liederjan. Auch in der DDR begann die Deutschfolk-Bewegung in der Mitte der 70iger Jahre mit der Gründung der Folkländer 1976. Ab 1980 kam auch verstärkt die Folktanzbewegung im Osten hinzu. Es gab besonders in Leipzig große Tanzfeste mit bis zu 1000 Teilnehmer*innen. Bis zur Wende entwickelte sich die Ost-Szene prächtig, gerade auch weil sie eine Art Oppositionsbewegung zum herrschenden Regime darstellte. Auch im Westen war die Folkbewegung eigentlich immer kritisch der Regierenden gegenüber, aber speziell Deutschfolk ging wieder mehr oder weniger in den Untergrund, bzw. wurde abgelöst von einer Liedermacher-Welle mit eigenem Liedgut.
1990 mit der Wiedervereinigung gab es ein gewisses Aha-Erlebnis im Westen, dass die zuvor unbekannten Ostgruppen in erster Linie deutsches Material spielten, während hier im Westen eher Irish-Folk u.a. praktiziert wurde. Letztlich hatte aber die Wiedervereinigung keine positiven Auswirkungen auf die Deutschfolk-Szene, weil die Ost-Gruppen hier im Westen keine Rolle spielten und sie auch im Osten ihre Auftrittsmöglichkeiten verloren hatten. 1990 fand das erste Rudolstadtfestival statt und die LAG Folk Schleswig-Holstein wurde gegründet, 1995 kam dann auch Profolk hinzu, aber alles nicht sehr förderlich für den Deutschfolk. So musste es ca. 20 Jahre dauern, dass sich eine neue Deutschfolkinitiative entwickelte (www.deutschfolkinitiative.de),
natürlich initiiert von Musiker*innen aus dem Osten. Das Buch von Bernhard Hanneken hängt damit nicht zusammen, aber es passt ganz gut in die momentane Diskussion über unsere traditionelle Musik.
Die Entwicklung der neuen Deutschfolk-Welle lässt sich nicht absehen, aber die Hoffnung bei allen Diskussionsteilnehmer*innen war vorhanden, dass die Bewegung länger anhält und vor allem jüngere Menschen für unser kulturelles Erbe interessieren möge. Bernhard Hanneken als einer der Verantwortlichen für das Rudolstadtfestival äußerte seinen dringenden Wunsch, dass sich mehr Deutschfolkbands in Rudolstadt bewerben mögen und diese Unterstützung durch das größte Folk- und Weltmusikfestival in Europa klingt doch schon mal sehr ermunternd. Das eigentliche Problem neben der Nachwuchsförderung in Deutschland ist allerdings der Mangel an professionellen Musiker*innen im Deutschfolk-Bereich. Auch in Deutschland sollte es eine Möglichkeit des Studiums von Volksmusik geben, so wie in den nordischen Ländern überall, aber dann müsste es dann auch mehr bezahlte Auftrittsmöglichkeiten für ein deutsches Programm geben. Nach vier Stunden mit einer längeren Kaffeepause sangen alle zusammen noch die inoffizielle Nationalhymne „Der Mond ist aufgegangen“ und die Diskussionsrunde begab sich voller Erinnerungen und Hoffnungen auf eine bessere Zukunft auf den Weg nach Hause.
(Hinrich Langeloh)

 

 

Vom 7.-9.10.2022 findet das nächste

Internationale HerbstFolk-Treffen für Kinder und Jugendliche bis 26 Jahren auf dem Jugendhof Scheersberg bei Flensburg statt ! Nähere Informationen dazu gibt es auf dieser Website im Bereich "Jugendfolk"!

 



Broschüre "Folkmusik in Schleswig-Holstein - Portraits und Kontakte 2020"
und die Doppel-CD "Von Küste zu Küste 2020"

 

Zum 30jährigen Jubiläum der LAG Folk Schleswig-Holstein im Jahre 2020 ist eine Neuauflage unserer Broschüre „Folkmusik in Schleswig-Holstein“ veröffentlicht worden. In den vier Jahren nach Erscheinen der letzten Auflage hat sich viel getan, außerdem wollten wir das runde Jubiläum nutzen, um die Musiker, Gruppen und Veranstalter in der LAG einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Vor allem aber vor dem Corona-Hintergrund, der vielen Künstler und Veranstaltern existenzielle Probleme bringt, macht es Sinn, die vielfältigen Tätigkeiten und Angebote unserer Mitglieder  zu  präsentieren. Wir  wollen  zeigen,  dass  die  Folk-Szene  in Schleswig-Holstein noch lebt, dass trotz aller Widrigkeiten noch viele Musiker und Musikerinnen aktiv sind. Als Ergänzung zur Broschüre gibt es die Doppel-CD "Von Küste zu Küste 2020" mit einem musikalischen Querschnitt unserer Mitgliedsgruppen. Die Broschüre und auch die CD sind in unserer Geschäftstelle "LAG Folk, Strandstr. 11, 24235 Stein" zu                                                                                     bestellen.